Ab wann ist man eigentlich ein(e) Schriftsteller(in)?

Heute bin ich durch Zufall auf einen Blogeintrag auf julis-story.blog.de/ gestoßen, in dem Crazy July (26) einen Textauszug aus einem ersten Romanversuch von sich veröffentlichte. Abgesehen davon, dass ich es extrem mutig finde, den ersten Entwurf eines Romans zu veröffentlichen und mich alleine diese Tatsache zum Nachdenken anregte, schrieb sie im Kommentar zu ihrem Text: „Ich bin leider keine Schriftstellerin.“

Ich kenne diese Einstellung, die viele Schriftsteller gegenüber sich selbst haben. Offensichtlich ist man nur dann ein Schriftsteller, wenn man einen großen Publikumsverlag gefunden hat, der das Buch von einem veröffentlicht. Schriftsteller denken sich oftmals klein, weil die Gabe des Schreibens nicht für jeden Betrachter eine wirkliche Gabe ist. Jeder kann schließlich irgendwie schreiben. Auf eine gewisse Weise stimmt das also.
Aber einen Einkaufszettel oder eine Kündigung des Videoklubs zu schreiben, hat nichts mit dem zu tun, was passiert, wenn Schriftsteller sich an ihr Werk setzten, wenn die Inspiration die Arbeit übernimmt und die Hand zu einem Werkzeug wird. Schreiben ist ähnlich wie Malen oder Gitarre spielen. Es ist eine Kunst, die es zu erlernen gilt. Das Einzige, was uns Schriftsteller allerdings wirklich zu Schriftstellern macht, ist dieser unerklärliche Drang, der ins uns schlummert. Er ist einfach immer da und erinnert uns daran, dass wir schreiben wollen, oder nein besser formuliert, dass wie schreiben müssen. Das ist so etwas wie eine Bestimmung, (ich weiß, das klingt jetzt ein wenig dick aufgetragen, aber es stimmt.) Schriftsteller, ich meine wirkliche Schriftsteller, können gar nicht anders. Sie müssen schreiben. Eine Geschichte, ein Tagebuch oder ein Blog. Sie schreiben, weil es in ihnen steckt. Das habe ich leider viel zu spät in meinem Leben erkannt.

Für alle da draußen, die immer noch an sich zweifeln: Schriftsteller wird man nicht erst, wenn ein Verlag sich herablässt und unsere Texte veröffentlicht. Ein(e) Schriftsteller(in) ist man, wenn die Handlung des kreativen Schreibens aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Kommentare und Ideen zu diesem Artikel sind herzlich willkommen. Also: Was denkt Ihr darüber? Ab wann ist man ein Schriftsteller?

Ein Gedanke zu „Ab wann ist man eigentlich ein(e) Schriftsteller(in)?

  1. madlen köbcke

    Ich finde man ist ein Schriftsteller schon wenn man anfängt was zu schreiben und egal ob Romane oder Kindergeschichten oder sonst was. Schon allein das Gefühl zu haben ich schreibe und versuche mal wie es ist und jeder fängt mal klein an und wird groß mal. Ich zum Beispiel schreibe nur so über mein Leben was ich erlebt habe denke und mir wünsche veröffentlichen weiß ich nicht so ob das was wäre! Daher ich noch nicht so viel Erfahrungen habe wie man es besser schreiben sollte oder könnte.

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