Basenfasten – ein Bericht

Hallo Ihr Lieben,

es ist schon vier Wochen her, dass ich den letzten Artikel hier gepostet habe. Grund dafür waren natürlich die Feiertage. Dazu kam dieses Mal, dass ich in den vergangenen zwei Wochen eine Fastenkur eingelegt hatte. Ich weiß nicht, ob Ihr es schon einmal probiert habt, zu fasten. Ich hatte vor ein paar Jahren mal eine Kur gemacht, in der man nur Tee und Säfte trinken durfte. Der Höhepunkt des Tages war ein Teelöffel voll Honig. Diese Menge von Zucker braucht wohl unser Hirn, um nicht vollends abzuschalten.

Damals ging es mir die ganze Zeit über hundeelend. Die ersten Tage machte ich einen Koffeinentzug durch. Wer das nicht kennt, der vermisst auch nichts. Ich hatte rasende Kopfschmerzen, die mich den Tag über begleiteten. Allerdings war mein Kreislauf auch so weit unten, dass ich zu nichts anderem außen Bücherlesen und kleinen Spaziergängen in der Lage war. Vielleicht war es mein Unterbewusstsein, dass die Aktion die ganze Zeit über torpediert hat. Vielleicht war es auch nur mein Überlebens-Instinkt, der mich davor gewarnt hatte, mit dem Essen ganz aufzuhören. Ich weiß es nicht.

Dass ich nun zu Beginn des Jahres eine Fastenkur gemacht habe, liegt daran, dass ich eine andere Form des Fastens ausprobieren wollte. Dabei ging es mir nicht in erster Linie darum, mein Gewicht zu reduzieren (was natürlich ein angenehmer Nebeneffekt war), sondern meinen Körper von meiner zweiten Sucht, den zwanghaften Zuckerkonsum, zu befreien.

Meine Lösung hieß Basenfasten.

Salat-FB

Was bedeutet Basenfasten?

Beim Basenfasten (nach Sabine Wacker) werden dem Körper nur Lebensmittel verabreicht, die er basisch verstoffwechseln kann.

Ganz einfach ausgedrückt: Es gibt Dinge, die unserem Körper guttun, da sie basisch reagieren. Und es gibt Lebensmittel, die unserem Körper nicht guttun, da sie sauer bei der Verdauung reagieren. Die Folge sind u. a. unsere Zivilisationskrankheiten Übergewicht und Diabetes.

Was hat der Zucker damit zu tun?

In unserer modernen Industriegesellschaft, in der alles immer schnell gehen muss, und kaum jemand Zeit zum Kochen hat, greifen immer mehr Menschen zu industriell hergestellten Lebensmitteln. In diesen Lebensmitteln sind neben den Inhaltsstoffen, die wir erwarten, viele andere Stoffe drin, die da nicht reingehören. Zucker in den unterschiedlichsten Verarbeitungsformen ist einer dieser Bestandteile. Außer der Tatsache, dass der raffinierte Zucker ein starker Säurebildner in unserem Körper ist, hat er zudem die Eigenschaft, unser Hirn zu manipulieren. Statt nach einer normalen Portion das Sättigungsgefühl zu spüren, dass einen Menschen überkommt, der seine Gerichte selbst kocht und ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe arbeitet, schreit unser Hirn nach dem Zuckerkonsum laut „mehr“. Unser natürliches Sättigungsgefühl ist um Vergleich zum Lärm, den das Hirn macht, um mehr Zucker zu bekommen, dermaßen leise, dass es gar nicht mehr wahrgenommen wird. Wir essen einen weiteren Teller, obwohl der Magen schon randvoll ist. Letztendlich liegen wir irgendwann auf der Couch und können uns nicht mehr bewegen.

Natürlich kann man auch einfach “nein” zum Zucker sagen. Aber diese Disziplin muss man sich erst wieder hart antrainieren, nachdem man jahrelang in den meisten fertig produzierten Lebensmitteln Zucker zu sich genommen hat.

Was darf man beim Basenfasten essen?

Grob vereinfacht: Obst, Gemüse, (einige) Nüsse, Oliven und Avocados sowie einige Öle (gesunde pflanzliche Fette!) sind erlaubt. Man isst drei Mahlzeiten am Tag und zwischendrin sind kleine Snacks wie sechs Mandeln oder ein paar getrocknete Apfelscheiben erlaubt. Zu trinken gibt es (Quell-)Wasser und Kräutertees am besten zwei bis drei Liter am Tag.

Was darf man alles nicht essen?

ALLE tierischen Produkte. Das heißt: KEIN Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Alkohol, Kaffee, schwarzer und grüner Tee.

In dem Buch „Basenfasten für Eilige“ beschreibt Sabine Wacker ganz genau, was man essen darf und wie viel man in dieser Woche essen sollte.

Wird man den überhaupt satt?

Ja, auf jeden Fall. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Basenfastens ist auch, dass man wieder lernt langsamer und bewusster zu essen. Dabei gibt man seinem Körper die Zeit, die er braucht, um zu signalisieren, dass er satt ist. Auf starkes Würzen wird in dieser Woche auch verzichtet, um zu lernen, auf seinen Körper zu hören. Durch die hohe Nährstoffdichte von Obst und Gemüse braucht der Körper nicht die Menge als wenn er kalorienreiche dafür aber inhaltsarme Lebensmittel zu sich nimmt. Wenn einem doch mal der kleine Hunger überkommt, ist es gut ein wenig Trockenobst und ein paar Nüsse dabei zu haben, um nicht den Verlockungen des Alltags zu widerstehen.

Was haben mir die zwei Wochen Basenfasten gebracht?

Erst einmal: Statt wie geplant eine Woche zu Fasten, hatte ich mich spontan dafür entschieden, um eine weitere Woche zu verlängern. Nachdem ich die anfänglichen Kopfschmerzen (die wieder durch einen Koffeinentzug ausgelöst wurden) überstanden hatte, fühlte ich mich mit dieser Ernährung extrem wohl. Ich hatte nicht mehr das Völlegefühl nach dem Essen, nach dem Mittagsessen hatte ich keinen Müdigkeitseinbruch, wie ich es sonst immer hatte, und nachts schlief ich bedeutend fester als sonst. Ich war morgens so erholt, dass mir mein morgendlicher Kaffee zum Wach werden gar nicht mehr fehlte.

Als ich nach den zwei Wochen das erste Brötchen aß, war ich durch die hohen Erwartungen, die durch meine Erinnerungen verursacht worden waren, ein wenig enttäuscht. Das Brötchen schmeckte eigentlich nach nichts. Mir fehlte mein Obst-Müsli aus der Basenzeit.

Nachdem ich nun seit drei Tagen nicht mehr faste, habe ich nicht die Heißhungerattacken, wie ich sie beim (früheren) Teefasten hatte. Damals träumte ich von Nudeln und Burgern. Dieses Mal nicht! Ich habe ein paar Dinge nach den Fasten gegessen, die nicht auf dem Basenplan stehen. Ansonsten halte ich mich auch weiterhin an diese Ernährung. Meinen Kaffeekonsum habe ich stark eingeschränkt. Ich trinke nachmittags manchmal einen Becher. Aber den Morgenkaffee zum Wachwerden möchte ist erst einmal weglassen. Den raffinierten Zucker lasse ich immer noch ganz weg. Vermissen tue ich ihn bislang noch nicht,

Zum Gewicht: Ich habe in den zwei Wochen 4 Kilo abgenommen. In dieser Zeit habe ich nicht gehungert, allerdings auch keinen Sport getrieben. Ich habe mich an den Ernährungsplan von Frau Wacker gehalten, was die Produkte angeht. Allerdings sind meine Portionen teilweise etwas größer ausgefallen. Aber nie so groß, dass sie nicht mehr auf den Teller passten.

Viel wichtiger aber als der Gewichtsverlust, war das kleine Wunder, das mit meinen Augen passiert ist. Ich war immer sehr stolz darauf, keine Brille tragen zu müssen. Vor zwei Jahren erwischte es mich dann auch. Ich bekam eine Lesebrille vom Arzt verschrieben, die zwar nicht so stark war, dennoch zu meinem ständigen Begleiter am Schreibtisch wurde. Wenn ich im Supermarkt war (und die Brille nicht dabei war), konnte ich das kleingedruckte auf den Verpackungen nicht lesen. Einfach zusammengefasst: Es war nervig!

In der zweiten Woche des Fastens geschah dann mein “kleines Wunder“ . Die Buchstaben am Bildschirm wurden unscharf, wenn ich die Brille trug. Ich dachte schon, dass meine Augen wieder schlechter geworden seien. Aber dem war nicht so. Das Gegenteil war der Fall. Ich legte meine Brille zur Seite und konnte wieder alle Buchstaben klar erkennen. Auch auf meinem e-Book-Reader kann ich den Schriftgrad wieder deutlich kleiner stellen. Ich hoffe, dass das so bleibt, auch wenn ich mich nicht mehr 100%ig basisch ernähre.

Auf Facebook habe ich eine Gruppe (Basenfasten im Frühjahr) eingerichtet für Menschen, die Interesse haben im Frühjahr 2016 für zwei Wochen (oder länger) mitzumachen. Jeder ist willkommen!