Schreibblockaden überwinden

Ein kleiner Trick mit großer Wirkung

Schreibblockaden überwinden

Kennt Ihr das auch?

Ihr sitzt an einem Text (einem Roman, einer Kurzgeschichte oder auch an einer Uni-Arbeit), aber der weiße Bildschirm vor Euch, will sich nicht mit Buchstaben füllen?

Euer Hirn ist leer?

Eure Finger ruhen hilflos über der Tastatur und warten auf ihren Einsatz, aber das Hirn meldet nichts.

Kennst Du das?

Schreibblockaden überwinden ist eine echte Herausforderung

Ich habe jahrelang daran herumgedoktert, drei Bücher unter Qualen geschrieben, bis ich schließlich auf ein Schreibratgeber gestoßen bin, der mein Problem auf den Punkt brachte:

Wenn Du nicht schreiben kannst, ist das ein Warnsignal aus Deinem Unterbewusstsein!

Aber was will Dir Dein Unterbewusstsein (oder auch Deine innere Stimme, die Intuition) sagen?

Dazu komme ich gleich.

Ganz im Gegensatz zur Schreibblockade gibt es auch den Schreibfluss.  Den kennst Du sicher auch, oder?

Beim Schreibfluss sprudeln alle Ideen nur so aus Dir heraus. Ein Einfall jagt den nächsten und Eure Finger schaffen es gar nicht so schnell über die Tastatur zu huschen (in diesen Momenten hasse ich es, dass ich niemals das Tippen mit 10 Fingern gelernt habe… aber egal.)

Viele Leute nennen diesen Schreibfluss auch den Kuss der Muse, den ein Schreibender erfährt. Aber mal ehrlich: Der Muse die Verantwortung für Euer Nicht-Schreiben zu übertragen, ist ziemlich lahm!

Fragt Euch lieber einmal, in welchen Momenten es bei Euch gut läuft.

Was ist der Unterschied zwischen diesem Schreibfluss und der Schreibblockade?

Ist es wirklich nur eine Laune, die Euer Schreibverhalten bestimmt?

Ist es der Kuss der Muse, der Dir fehlt?

Ich denke nicht!

 

Zurück zu Euren Unterbewusstsein

Wenn Ihr nicht schreiben könnt, dann sagt Euch Eure innere Stimme, dass etwas mit Eurem Text nicht stimmt. Ihr wisst es eigentlich auch selbst, habt so ein dumpfes Gefühl, dass der Text zu langweilig, die Charaktere zu platt oder der Plot nicht stimmig ist. Aber ihr könnt es nicht wirklich benennen.

Irgendetwas blockiert da und versucht Eure Intuition abzuwürgen.

Es ist nicht leicht, an die innere Stimme heranzukommen, wenn vom Kopf her eine andere Stimme Dir immer wieder sagt:

„Dein Text ist scheiße.“ oder „Das ist nicht gut, was Du da schreibst.“

Diese Stimme ist dein innerer Kritiker, der nur destruktiv arbeitet, Dich aber nicht unterstützt.

Leider ist der innere Kritiker viel lauter, als die andere Stimme, die Dir gerne helfen würde.

 

Nun zum Tipp, wie Ihr Schreibblockaden überwinden könnt:

Es ist so einfach, dass ich es gar nicht aufschreiben mag.

Schreibblockaden überwinden könnt Ihr nur, wenn Ihr schreibt.

Allerdings solltest Du nicht weiter an dem Text schreiben, den Du gerade bearbeitest. Das ist ganz wichtig! Öffnet eine andere Datei und schreibt darüber, was in Eurem Kopf gerade vor sich geht. Schreibt darüber, was in Eurem Text nicht stimmt. Und darüber, was Euch vom Schreiben abhält!

Zuerst wird da vielleicht stehen:

„Das wird niemals ein Roman! Du bist kein Schriftsteller. Hör auf damit!“

Oder andere Dinge, die Euch jedes Mal runterziehen, wenn Ihr Euch an Eure Texte setzen wollt. Aber wenn ihr einfach nur weiterschreibt, wirklich nicht aufhört zu tippen, sondern einfach jeden Mini-Gedanken „zu Papier“ bringt, dann trickst Ihr Euren inneren Kritiker aus. Der hat nämlich nicht viel zu sagen, außer ein paar Standardsätze.

Und dann kommt langsam Eure Intuition (oder die innere Stimme) zu Wort, die leise flüstert:

„Du schreibst zu langweilig. Mach mehr Szenen, mehr Dialoge rein. Show don’t tell!“

„Die Stimmung ist zu düster. Pepp deine Charaktere ein wenig auf.“

Oder: „In Deinem Plot stimmt etwas nicht. Wenn X passieren soll, musst du vorher Y und Z geschehen lassen.“

Ihr erkennt den Unterschied?

Der innere Kritiker macht Euch nur runter.

Die Intuition bietet Lösungen für Eure Probleme an.

Mein derzeitige Schreibblockade hat mit der Stimmung in meinem neuen Buch zu tun. Das Manuskript ist sehr langatmig, und zieht mich selbst beim Schreiben schon so sehr runter, dass ich keine Lust habe, mich da jeden Morgen ran zu setzen. Wie sollen meine Leser sich da nur durcharbeiten?

Um dem entgegenzuwirken, habe ich erst einmal den Arbeitstitel geändert. (Ich verrate den Titel nicht, weil er vielleicht auch den endgültige Titel des Buchs wird.) Diesen Titel habe ich mir über den Schreibtisch gehängt. Ein kleiner Trick, der mir dabei helfen soll, an den Schräubchen der Stimmung zu drehen.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass ich zwei Drittel des Buches auf ein Thema verschwendet habe, das ich auf ein Drittel hätte zusammenfassen können bzw. müssen.

Auch das muss ich ändern und das fällt schwer (wie jeder Schreiber weiß, der Texte wieder rausschmeißen muss.) Aber ich vertraue auf meine innere Stimme. Ich vertraue meiner Intuition.

Zu meiner Schreibroutine gehört mittlerweile, dass ich jeden Morgen, wenn ich mich an die Arbeit setzte, aufschreibe, was als nächstes passieren soll. Ich plotte meine Geschichten zwar immer vor, aber die kleinen Schritte arbeite ich erst während des Schreibens aus. Jeder macht das ja anders.

Wenn mir zu diesem Zeitpunkt nicht einfällt, wie es weiter gehen soll, wenn keine Bilder in meinem Kopf entstehen, und der weiße Bildschirm auf die ersten Worte wartet, dann öffne ich ein leeres Dokument, und schreibe drauflos. Wie gesagt, da soll es erst einmal nicht um den Inhalt des Textes gehen.

Da sollt ihr Euren Kopf leer schreiben!

Normalerweise kommt während dieses Prozesses auch eine Idee an die Oberfläche, wie es weitergehen soll. Bei mir ist es zumindest so. Und diese kleine Idee greife ich auf. Öffne wieder mein Haupttext und arbeite dann weiter. Bei mir funktioniert das immer!

Also noch einmal kurz zusammengefasst:

(Nicht weil ich Euch für blöd halte, sondern weil man Wiederholungen besser verinnerlicht)

  1. Wenn der Schreibfluss nicht einsetzt, zweites Dokument aufmachen und einfach mit dem Schreiben über das Schreiben beginnen.
  2. NICHT anhalten, solange Ihr nichts Brauchbares rausbekommen habt (das sollte nach 5 bis 10 Minuten der Fall sein).
  3. Brauchbares ist entweder eine Erkenntnis darüber, was in Eurem Text nicht stimmig ist oder ihr bekommt eine Idee, wie es in Eurem Text weitergehen soll. Meistens ist es eine Kombination aus beiden.

Probier’ es doch einfach mal aus, und schreib mir darüber, wie es Dir damit ergangen ist. Hast Du Deinen inneren Kritiker überwunden? Bis Du wieder in den Flow gekommen? Hat Dir Deine Intuition geholfen, die Schwächen in Deinem Text aufzudecken?

Ich freue mich, über Eure Erfahrungen mit meinem kleinen Tipp zu lesen!

2 Gedanken zu „Schreibblockaden überwinden

  1. Hosting

    Ich habe eigentlich keine echten Schreibblockaden. Wenn das Schreiben nicht flussig geht, dann wei? ich, dass ich noch nicht genug

    1. Katja Artikelautor

      Schade, dass Dein Beitrag nicht vollständig angekommen ist. Ich nehme mal an, dass die wichtigen Worte, die fehlen,” geplottet habe” sind. Bei mir ist es jedenfalls so. Wenn ich mich in meiner Story sicher fühle, kann ich konzentrierter schreiben. Allerdings ist es manchmal auch ganz spannend, ganz ohne Plott und Ziel zu schreiben.

      Danke für Deinen Beitrag.
      Katja

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