Wie Ihr einen Blog erstellen könnt, der nicht nur Euch interessiert, sondern auch Leser anzieht?

Obwohl ich schon lange wusste, dass ich einen eigenen Blog erstellen wollte, hielten mich drei Gründe davon ab, loszulegen.

Blog erstellen

Rilke und die moderne Bloggerwelt

1. „Für das, was ich zu sagen habe, interessiert sich keine Sau.“

Vielleicht geht es Dir genauso wie mir damals. Du interessiert Dich für zwei oder drei Themen, überlegst, welches Dich mehr fasziniert, doch dann verwirfst Du die Idee, einen Blog zu erstellen, wieder. Wer sollte sich für Deine Nische schon interessieren? Das Thema ist nicht interessant genug für andere.

Kennt Ihr das Gefühl?

Eine Sache, die ich im Internet gelernt habe, ist die, dass wir trotz unserer Einzigartigkeit doch alle auch irgendwie gleich sind. Zwar ist jedes Individuum mit seinen Vorlieben, Stärken und Schwächen in der Zusammensetzung speziell. Aber wenn wir die einzelnen Eigenschaften und Interessen von uns betrachten, stellen wir fest, dass wir in einem riesigen Becken mit Gleichgesinnten schwimmen.

Es gibt also kein Thema, über das man bloggen könnte, das nicht auch andere Menschen interessiert!

Sei es die Kontaktaufnahme mit Aliens, das Sammeln von Eidechsen-Pfotenabdrücken oder den Aufbau einer Ameisenfarm im Gästezimmer. So speziell das Thema auch sein mag. Es gibt Tausende da draußen, die sich genau für solche Themen interessieren.

Glaubst du immer noch, dass sich niemand für Deine Nische interessiert?

2. Welche Kompetenz besitze ich, anderen Leuten etwas zu sagen?

Trotz der Erkenntnis, das jede Nische sein Publikum hat, höre ich viele von Euch immer noch grummeln.

„Ich bin absolut unbekannt. Was habe ich schon zu sagen, was andere interessieren könnte?“

Als ich vor 10 Jahren mit einer Freundin in New York war, fand ich mich an einem Tag in einem Tanzstudio wieder. Ich bin absolut keine Sportlerin, ans Tanzen hatte ich nie gedacht und in New York am Broadway in ein Tanzstudio zu gehen, hätte ich mich niemals getraut. Doch meine Freundin war ausgebildetete Tänzerin und wollte sich einen Herzenswunsch erfüllen. Sie bestand darauf, dass ich wenigstens einen Kurs besuchen sollte.

Letztendlich nahm ich an einer Klasse für angehende Profitänzer teil. Diese Leute beim Tanzen zu sehen, schüchterte mich maßlos ein. Die Aufwärmübungen machte ich so gut es eben ging mit. Ich versuchte einfach zu ignorieren, dass ich so ungelenkig war wie ein Stock, während sich neben mir Elfen gerade erst auf ihr Training vorbereiteten. Natürlich blieb mein Unvermögen der Lehrerin nicht verborgen. Als es dann darum ging ein paar Figuren durch den Raum zu tanzen, versuchte ich mich in die hinterste Ecke zu verdrücken. Allerdings kam ich nicht drumherum, auch durch den Raum zu hüpfen oder viel mehr über meine eigenen Füße zu stolpern.

Nach der dritten Runde nahm mich die Lehrerin an die Hand und sagte:

„Siehst du die Leute da“, dabei zeigte sie auf die drahtigen Tänzer, die über das Parkett schwebten. „Sie haben alle mal da angefangen, wo du heute bist. Du bist heute ein Dance-Baby (das was ihr O-Ton). Aber wenn du willst, dann kannst du das auch irgendwann!

Immer wenn ich etwas Neues beginne, erinnere ich mich daran, dass ich mal in New York am Broadway getanzt habe. 😉 Ich war zwar nur ein „Dance-Baby“, aber ich habe mich getraut. Und auch, wenn ich festgestellt habe, dass Tanzen nicht “mein Ding” ist, so bin ich doch glücklich darüber, es wenigstens versucht zu haben.

Eine Lektion, die ich dort gelernt habe, werde ich niemals vergessen:

Wir können alles lernen, wenn wir leidenschaftlich und diszipliniert daran arbeiten.

Wenn du heute noch ein Niemand bist und meinst, dass dein Blog keine interessierten Leser findet, dann gibt es nur diesen einen Tipp von mir:

Bleib dran! Heute bist du noch ein Blogger-Baby. Aber mit Disziplin und Ausdauer kannst Du zum Experten werden!

3. „Ich kann mich nicht für ein Thema entscheiden“

Als die ersten Coffee & Book-Shops entstanden, hatten deren Gründer wahrscheinlich dasselbe Problem, wie Ihr heute. Man sagte ihnen, dass es unmöglich sei, Bücher und Kaffee gemeinsam zu verkaufen. So etwas wäre noch nie dagewesen. Dass dieses Konzept international zu einem so großen Erfolg wurde, haben wir der Pionierarbeit einiger Idealisten zu verdanken. Diese Menschen ließen sich nicht davon haben abhalten, zwei so unterschiedliche Produkte gemeinsam zu verkaufen. Sie glaubten an das, was sie taten!

Heute sind Buchgeschäfte mit Kaffeeverkauf in jeder Stadt zu finden.

Musst Du Dich also für ein Blogthema entscheiden?

Nein!
Nicht unbedingt.

Wenn für Dich Themen zusammengehören, dann ist das so. Das Gegenteil läßt sich nur beweisen, wenn man es versucht und damit scheitert.

In meinem Blog geht es um das Leben, das Schreiben und unsere Suche nach dem Glück. Themen, die unterschiedlicher kaum sein können, und für mich dennoch untrennbar miteinander verbunden sind. Dass ein glücklicheres Leben dadurch entsteht, dass wir uns mit dem beschäftigen, was uns am Herzen liegt, davon bin ich nicht alleine überzeugt. Viele Blogs beschäftigen sich genau damit und beweisen damit täglich diese These.

Dass mein Glücksempfinden ganz eng mit dem täglichen Schreiben verbunden ist, ist meine ganz persönliche Geschichte.

Anderen Schreibenden geht es vielleicht auch so. Aber das Schreiben ist nur ein Platzhalter. Letztendlich geht es darum, das Thema zu finden, das Euch glücklich macht.
Sportfischen, Cricket, Frauen-Kicker-Meisterschaften, Hunde-Fußball oder japanische Teezeremonien – ganz egal, was es ist.

Hauptsache, Du findest Deine Leidenschaft!

Wie erkennst Du nun Deine Leidenschaft und findest damit Dein Blog-Thema?

Wenn ich schreibe, dass eine Leidenschaft eine Tätigkeit ist, die Euch glücklich macht, dann ist das ein wenig missverständlich. Alkohol, Drogen, Geldspielautomaten, Shopping von unnötigen Luxus und Zucker machen auch glücklich. Aber dies sind keine Leidenschaften, die euch vorantreiben, sondern eher Süchte, die kurzzeitig erfreuen, aber langfristig herunterziehen.

Was ist nun eine Leidenschaft?

Whoopie Goldberg hat das mal sehr anschaulich in dem Film Sister Act beschrieben (sie bezog sich auf einen Brief, den R.M.Rilke an einen jungen Schriftsteller geschrieben hat):

Wenn Du morgens aufwachst und ans Schreiben denkst, wenn Du den ganzen Tag über an nichts anderes denken kannst und auch dein letzter Gedanke am Abend sich ums Schreiben dreht, dann bist du ein Schriftsteller. (Kein Original-Zitat, sondern eher eine sinngemäße Wiedergabe)

Das Schreiben ist wieder nur ein Platzhalter. Für Dich kann es das Kochen, Gärtnern oder Mäuse melken sein. Es liegt an Dir, genau das herauszufinden.

Woran denkst du morgens, wenn du aufwachst?

Welche Wünsche kommen in Deinem Leben immer wieder zum Vorschein wie ein Schluckauf, den man nicht loswird?

Was würdest du sogar dann den ganzen Tag lang tun, wenn du kein Geld dafür bekommen würdest?

Was hält Dich nachts wach?

Wenn Du diese Fragen beantworten kannst, dann hast Du das richtige Thema für Deinen Blog gefunden. Einen Blog zu erstellen, nur um Geld zu verdienen oder die Welt mit gelangweilten Texten zu überhäufen, bringt rein gar nichts. Weder Dir, noch Deinen Lesern.

Wenn Du also einen Blog erstellen willst, der Dich interessiert und auch von anderen Menschen gerne gelesen wird, dann suche nach dem Thema, das Dich auch im Schlaf noch beschäftigt. Das könnte Deine noch “schlummernde” Leidenschaft sein!